Der “Ich bin auf alles vorbereitet”-BackPack

Kenn ihr das? Männer, was haben die schon bei sich? Ein Geldbörse? Einen Kamm?

Die fallen aus dem Bett und gehen so auf die Strasse. Sieht cool aus.

Und wir Frauen? Wir wollen auf alles vorbereitet sein. Wir haben die Tendenz alles zu überdenken. Man weiss ja nie, in was für Situationen wir kommen. Das kann aber extrem anstrengend werden. Ich bin seit einigen Jahren leidenschaftliche BackPackerin. Ich liebe die Herausforderung alleine zu verreisen, auch wenn mir das immer wieder Angst macht. Und warum macht es mir Angst? Genau, ich denke zu viel. Uhhhhuhuuuuuu, dass unheimlich Unbekannte.

Wir Menschen haben leider evolutionsbedingt eher die Tendenz an Gefahren zu denken anstatt an die positiven Seiten von Herausforderungen zu fokuszieren. Et is, wie et is… wir sind immer noch ziemlich mit unserem  Steinzeitmenschenverhalten verbunden. Verdammte Axt. Raus aus dem Kopf. Rein ins Herz. Nicht groß Nachdenken. Einfach machen. Klingt einfach. Isset aber nüsch.

Kurz bevor ich meinen erste großen BackPackTrip – zwei Wochen Italien – antrat, drehte ich durch. Ich habe in der Tat alles totgedacht, was vielleicht schlechtes passieren könnte. Ich wurde immer angespannter. Oh GottoGottoGott!

“Oh Gott, Ich allein, ganz allein, in Italien, 2 Wochen lang, ich kenne da keine Sau, ich kann kein Italienisch. Oh Gott, bin ich denn bekloppt, einfach nach Italien reinfahren, ohne Hotel oder sonst was gebucht zu haben? Nix ist fix. Nix ist klar. Was ist, wenn ich auf der Strasse schlafen muss, weil alle Hotels ausgebucht sind? Mit Fremden in einem Zimmer schlafen? Wer sind die? Nicht, dass mich da einer Nachts angrabbelt. Wie werde ich mich da ernähren? Soll ich mir was mitnehmen? Man weiss ja nie.

Was ist, wenn ich mich verfahre und total verloren umherlaufen und keiner versteht mich?

Oh mein Gott, was soll ich alles einpacken? Ich kann ja gar nicht soviel mitschleppen. 2 Wochen. Aber ich muss auf alles vorbereitet sein… Ich brauche leichte Klamotten, Klamotten, wenn es kalt wird, Wanderklamotten und dann, wenn ich vielleicht doch totschick ausgehen will…. das  teure. blaue, lange Chiffon-Kleid und die High Heels müssen mit. Sportschuhe. Stiefel, man weiss ja nie… Was mach ich mit meinen Haaren? Soll ich einen Fön mitnehmen? Aber ich will kein Fön mitnehmen. Moment mal, werde ich meine Periode in Italien haben? Oh bitte nicht. Was ist, wenn ich mich in Italien verliebe? Brauche ich Kondome? Was ist, wenn ich 2 Wochen lang komplett alleine bin und total vereinsame? usw. … “

Während ich so am durchdrehen war und mich herrlich hinsteigerte, betrachtete ich mich wie üblich auch von aussen und amüsierte mich genervt “Kann die auch mal locker machen? Tadaaaa, da stand ich nun in Mailand. Ich und meine “ich muss auf alles vorbereitet sein und unter Kontrolle haben”-Manier. Gott, ging ich mir auch den Sack!

Apropo Sack. Mein BackPack stellte mich bereits am ersten Tag vor eine Herausforderung. Er war voll gepackt bis oben hin. Jepp, das teure. blaue, lange Chiffon-Kleid und die High Heels waren auch dabei. Ich hatte ALLES dabei. Was für eine Last! Und ich hatte noch 2 Wochen vor mir. 2 Wochen in denen ich von Stadt zu Stadt reisen werde und immer diesen “Ich bin auf alles vorbereitet”-BackPack auf meinem Rücken.

In Mailand merkte ich schnell, dass dieser “Ich bin auf alles vorbereitet”-BackPack mich noch umbringen wird. Hinzu kam, dass ich mir vorkam wie ein Pack-Esel zwischen all den italienischen Fashion Victims. In der Bahn hatte ich Mühe mich aufrecht zuhalten. Ein Windstoß und ich verlor das Gleichgewicht. Allerdings waren immer wieder charmante, adrett gekleidete Italiener am Start, die mich stützen und etwas besorgt anschauten. Ich und dieser gigantische “Ich bin auf alles vorbereitet”-BackPack.

Mein “Ich bin auf alles vorbereitet”-BackPack raubte mir viel Energie und Kraft. Ich verfluchte ihn. Ich verfluchte mich. Aber da musste ich durch. Die Last hielt mich davon ab mich frei und spontan zu bewegen. Ich benötigte immer wieder Ruhephasen. Alles tat weh und manchmal wollte ich mich einfach nur wie ein kleines, trotziges Kind auf den Boden werfen und heulen, weil ich einfach keine Lust mehr hatte. Ich sehnte einfach nur nach Leichtigkeit. Das Bewusstsein, dass ich soviel unnötigen Kram mit mir schleppte, frustrierte mich.

Die ersten Tage lief ich noch etwas getrieben durch die Städte. Ich erwischte mich, dass ich doch innerlich irgendwie einen Plan hatte maximal viel in Italien zu schaffen bzw. zu sehen. In Florenz merkte ich zum ersten Mal, dass ich instinktiv immer dasselbe tat. Ich kam in einem neuen Ort an, suchte mir (noch mit Anspannung) eine Unterkunft, knüpfte Vorort Kontakte bzw. suchte Verbündete und dann erst suchte ich Nahrung.

Ich habe erkannt, dass ich ohne anderen Menschen nicht auskomme. Ich brauche sie. Wir brauchen Sie. Es ist schön mal alleine zu sein, aber wir alle suchen Nähe und Gleichgesinnte. Menschen, die uns unterstützen, schützen oder uns so annehmen wir sind. Wir wollen dann doch irgendwie immer “dazu gehören”.

Was ich am meisten bei meinen BackPackTrips liebe, ist dass ich so viele unterschiedliche Menschen aus aller Welt treffe und ich mich mit Ihnen auszutauschen kann. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich solche Begegnungen liebe und feiere. Wir können voneinander soviel lernen. Auch wenn wir noch so unterschiedlich aufgewachsen sind, haben wir jedoch alle die gleichen Bedürfnisse und Sehnsüchte.

Jeder hat seine Geschichte zu erzählen, jeder hat seine Eigenarten, die ihn besonders und liebenswert machen. Wichtig ist es, dass man zuhört und offen bleibt, nicht verurteilt. Vertrauen zu Dir selbst und zu anderen, ist der Schlüssel zu wahrhaftig, berührenden Begegnungen.

Ich habe auch immer wieder erlebt, dass sich einige Reisende schämten, dass ihr Englisch nicht so gut war und deshalb vermieden Sie den Kontakt, um sich nicht zu blamieren, obwohl sie sich so gerne unterhalten hätten. Auch ich musste früher lernen: Auch wenn sich dein Englisch nicht so schön anhört, man wird  immer verstehen, was du willst. Solange du kommuniziert, ist alles gut.

Nach ca. 1 Woche kam ich in Bari (Süd-West-Italien) an. Ich hatte nun schon eine Art Routine entwickelt. Ich merkte wie ich losliess. Ich merkte, dass ich die Dinge nehmen muss wie sie kommen. Dinge vorher kaputt zu denken, nimmt Dir deine Leichtigkeit und kostet nur Energie. Abgesehen davon nehmen deine Mitmenschen deine Anspannung bewusst wie unbewusst wahr, was die zwischenmenschlichen Beziehungen negativ beeinflussen kann.

In Bari war ich bereits wie ausgewechselt. Ich atmete entspannt. An die Last meines “Ich bin auf alles vorbereitet”-BackPack hatte ich mich gewöhnt, auch wenn ich immerwiedder das innere Bedürfnisse hatte, ihn um die Hälfte zu leeren. Ich brauchte all diese Dinge einfach nicht.

Ich war dankbar für all die Menschen, mit denen ich wundervolle Momente verbracht hatte. Ich genoss deren und meine Offenheit. Ich genoss, dass alles auf das Wesentliche reduziert war.

Es ging immer nur um das im Moment sein. Einfach präsent sein und genießen. Und vorallem, was ich merkte: Meine Ausstrahlung.

Ich hatte nie große Probleme, schnell mit Menschen in  Kontakt zu kommen und fand immer recht schnell Anklang. Aber in Bari muss ich so grundentspannt gewesen sein, so dass sich die Männer extrem von mir angezogen fühlten. Quasi an jeder Ecke wurde ich von Männern auf angenehme und verspielte Art angesprochen.

Anfang war ich überfordert und irritiert. Ich habe erst gar nicht verstanden, was los war. Sowas kannte ich nicht. Nicht in diesem Ausmaß und erst recht nicht aus Deutschland. Aber ich verstand immer mehr: Es liegt einfach daran, dass ich grundentspannt war. Mein Atem war im Fluss. Ich war im totalen Einklang mit mir und meiner Umgebung.

In den Tagen danach stellte sich bei mir eine große Dankbarkeit ein. Ich war dankbar, dass ich mir so im Einklang war. Dankbar diese Leichtigkeit zu spüren und auszustrahlen. Ich war dankbar für eine simple Dusche oder meine Haare waschen zu können. Ich war sogar dankbar für mein verkorkstes Bett, welches seltsam zusammengezimmert war. Ich war mir nicht mal sicher, ob es ein richtiges Bett war. Ich war dankbar für die Menschen mit denen ich mein Zimmer teilen durfte. Ich war dankbar, dass ich diese kleinen Dinge so sehr schätzen konnte und dass sie mich wirklich glücklich machten. Ich war dankbar für die Menschen mit denen ich die Orte erkunden konnte und das ich ihr Vertrauen genoss.

Ich habe mich so wohl und befreit gefühlt und hoffte, dass ich dieses Gefühl und diese Weltanschauung mit nach Berlin nehmen und halten kann.

In Berlin wieder angekommen. Ernüchterung. Ich fühle mich noch zart geküsst und umarmt von meinem Erfahrungen. Salopp gesagt…ich stand mitten in Berlin und fühlte mich total flauschig und wollte jeden umarmen. Aber ich merkte schnell wie mich die energetische Welle Berlins erfasste. Alles war soviel schneller und lauter. Die Menschen rannten wieder hastig an einen vorbei und schauten sich kaum an.

Ich stand in meiner kleinen Wohnung, welche mir plötzlich unfassbar groß erschien. Ich sah zu meinem Kleiderschrank, dessen Inhalt mich erschlug, obwohl ich noch nicht mal ein Shoppaholic bin. Ich stand da und dachte nur “ich brauch das alles nicht”. Ich sah nur noch Überfluss und fing an mir von diversen Sachen zu trennen. Ich wollte mir so Leichtigkeit und mehr Freiraum erschaffen.

Du denkst du brauchst dies und das. Du kaufst dir oft Dinge, damit du dich besser fühlst. Du denkst über so viele Dinge nach, was passieren könnte, aber letztendlich was du wirklich brauchst sind gesunde zwischenmenschliche Beziehungen und das Vertrauen in dich selbst.

Seit dieser Reise befasse ich mich immer mehr mit Minimalismus. Was brauche ich wirklich? Was erfüllt mich? Seien es materielle Dinge, Orte und auch zwischenmenschliche Beziehungen. Ich mache immer wieder mal BackPackTrips allein, aber mit einem deutlich kleinerem BackPack. Jedes Mal stehe ich meinen Ängsten und Sorgen gegenüber, um letztendlich festzustellen, dass diese mich eigentlich nur behindern das Leben zu führen, was mir wirklich gut tut.

In diesem Sinne: The Journey continues.

Er sieht aus wie dein Ex

Was soll das, huh? Ich mein, warum piesackt mich das Leben so? Ich war auf einer Weiterbildung, ich wollte mich doch nur weiterbilden und dann sowas?

Ich war extrem fokusziert auf die Weiterbildung und hatte eigentlich kaum Kopf für die anderen Teilnehmer. Aber er, der Große blieb mir bei der Begrüßung schon in Erinnerung. Da passierte mehr als bei den anderen. Aber wie gesagt, voller Fokus auf Weiterbildung.

 

Die Weiterbildung begann mit einem Warm-Up. Da ich zu dieser Zeit ein totaler Körperklaus war, zog ich es vor ganz hinten mich zu verstecken, um nur mich mit meinen Bewegungen zu blamieren. Während ich fassungslos, aber auch amüsiert über meine eigenen Unbeweglichkeit war, bemerkte ich, dass der Große neben mir genau die selben Probleme hatten. Und wir lachten über unsere lächerliche Bemühungen, dem Warm Up zu folgen.

Ich war so froh, nicht der einzige Bewegungs-Vollidiot zu sein.

Nach dem Warm Up gab es eine kleine Auszeit. Der Große erhob sich und stand nun vor mir. Zum ersten Mal betrachtet ich ihn in Ruhe und merkte schnell, wie vertraut er auf mich wirkte. Als ob ich ihn schon ewig kenne. Warum nur? Er fing an sich mit mir zu unterhalten und bäm! Jetzt wusste ich warum? Er sah meinem Ex unfassbar ähnlich. Nach dieser Erkenntnis, konnte ich die Augen nicht von ihm lassen, so sehr faszinierte und irritierte er mich.

Der sportliche Körperbau, Körperhaltung, die Größe, die Haare, der Bart, die Gestik und Mimik, der Kleidungstil usw. alles wie bei meinen Ex.

Ich musste ihn ständig anstarren. Ich hätte ihn die ganze Zeit angrabbeln können, einfach nur weil ich von der Ähnlichkeit so verblüfft war. In mir kroch unaufhaltsam eine Sehnsucht hoch, die ich allerdings arg versucht habe zu bekämpfen, weil…. ich fand meinen Ex inzwischen nämlich ganz schön scheisse und dumm. Was ‘n Affe. Was für ‘n Prolet. So ein Bauer. Never ever again!

ABER trotz all den negativen Erfahrungen mit ihm, der Sex mit ihm war unfassbar gut. Aber was für ‘n dummer Affe.

Das war mein Dilemma. Der Große war meinem Ex so ähnlich, so dass ich  permanent zwischen “Oh Gott was für ‘n Affe” und auf der anderen Seite “hrrrrrr, du, ich, in 5 Minuten aufm Klo…und zwar nicht zum Kacken” schwankte.

Ich wurde immer verwirrter, aber auch wuschiger.

Das Schlimme, abgesehen davon, dass der Große und ich eh schon eine sehr gute Chemie hatten, viel miteinander lachten, merkte er offensichtlich, dass er mich mehr beschäftigte bzw. er interpretierte es als “die steht total auf mich”.

 

Aber es wurde noch schlimmer. Nicht nur, dass er meinem Ex so ähnlich war, ich leider total auf ihn ansprang und er auch das auch noch erwiderte: Der Große war auch noch verheiratet. Verdammte Axt. Liebe Hormone. Dit wird nüscht. Reißt Euch zusammen. Davon hat keiner was, dass endet nur im Desaster.

Aber nun hatte ich den Salat. Ihm war nicht entgangen, dass ihm mehr zugetan war. Danach hatte ich ihn an der Backe. Via Social Media hielten wir regelmäßig Kontakt. Es kam sogar vor, dass wir uns von morgens bis abends mit Nachrichten nonstop zugeballert haben. Die Gespräche waren von easy going zu tiefsinnig bis hin zu so schlüpfrig, so dass ich fast von meinem Sofa flutschte.

In mir läuteten alle Alarmglocken. Ich war mir absolut bewusst, dass ich auf ihn nur anspringe, weil er meinem Ex so ähnlich ist und ich den Sex vermisse. Abgesehen davon war der Große auch verheiratet. Lass die Finger davon. Du willst doch was Seriöses, was Solides. So wird dit doch nüscht. Du willst nicht nur ne Affäre sein und außerdem kann er ja nur ein Arsch sein, wenn er offensichtlich bereit ist seine Frau zu betrügen.

Mein Fleisch war so schwach. In manchem Momenten hätte ich ihm einfach nur gesagt “ich bin in 5 Minuten bei Dir und dann Appi Galoppi”. Und ich hasste mich dafür, weil ich wusste, wenn ich mich auf den einlasse, ziehe ich nur den Kürzeren.

Ich stand mir extrem selbst im Weg. Hin- und Hergerissen. Ich wurde immer angespannter. Um so schöner seiner Worte wurden, um so zickiger wurde ich. Ich war mit der Situation völlig überfordert. Die eine Seite von mir schrie “Fickööööööön!!!” und die andere “Ach geh weg du Affe, das ist unter meinem Niveau.”

Um mir einen Gefallen zu tun, stellte ich mich an die Seite meines Verstandes und meinte “Mach mal!”. Danach blockte ich ihn nur noch ab und er verstand die Welt nicht mehr. Anstatt ihm ehrlich zu sagen was Sache, verhaspelte ich mich in seltsame, wirre Wortbrocken. Immer schön um den heissen Brei. Ich nehme an so ein Gelaber entsteht nur, wenn der Verstand deine Hormone unterrichten will wie, was richtig ist und was nicht.

Der Große war nun völlig verwirrt, was mit mir los war und hat sich sicher gedacht “erst so cool und sexy… und jetzt so ‘n Dachschaden. Weiber!”.

Unsexy. Ja, ich verhielt mich äußerst unsexy. Ich war plötzlich zum Anti-Viagra in Person mutiert.

Das Ende vom Lied. Die Frau blieb sexlos, der Schokoladen-Konsum stieg an und die Katze wurde wieder frustriert gestreichelt.

Und da haben es wieder: Sich klar werden über die eigenen Bedürfnisse und Werte. Was will ich wirklich? Was tut mir gut? Klarheit. Klare Kommunikation erspart eine Menge unnötigen Stress und Verwirrungen in zwischenmenschlichen Beziehungen.

PS: Der Große mag mich, aber immer noch. 🙂

Er ist zu jung

Nach dem ich mich heldenhaft 1 1/2 Wochen durch Italien als Backpackerin durchgeschlagen habe, bin ich in Rom angekommen. Wie in allen Orten habe ich auf gut Glück mir ein Hostel gesucht.  Gesucht, gefunden. Ich klingel. Die Tür geht auf. ER steht vor mir.

Vor mir steht ein Kerl. Ohhhh …was für ein Kerl. Ein Kerl bei dem meine rechte Augenbraue unwillkürlich, lustvoll nach oben zuckte und nicht mehr aufhören wollte. Statt der üblichen Begrüßung, rutschte mir in meiner Verzückung nur ein “Australia?” heraus, gefolgt von einem Fingerzeig mit seltsam rhythmischen Zuckungen in seine Richtung. Er schaute mich grundentspannt aber irritiert an. Seine männliche, gefestigte Stimme ertönte “New Zealand!“

Vor mir stand ein Outback Guy wie er im Buche steht. So ein Bun Man, nur ohne Hip zu sein. Ca. 30 Jahre alt. Braune Augen, kurzer Bart, natürlich gebräunte Haut, seine Haare von der Sonne geküsst, durchzogen mit blonden Strähnen . Haarig war. Recht Haarig. Brust, Arme, Beine. Sehr flauschig. Was mich sonst abtörnte, wollte nun von mir permanent durchgeflauscht werden.

Warum hat mich dieser Kerl so fasziniert? Gutaussehende Kerle gibt es wie Sand an Meer. Das war es ist nicht. War es seine Fähigkeit sich selbst zu versorgen? Selber zu kochen? Seine Kleidung ordentlich zusammengefaltet und nach Plan in seinem Backpack zu verstauen (während ich immer alles nur in meinen Backpack reinfeuerte)? Sein trockener Humor? Oder lag es an seiner grundentspannten Art? Dass er so unfassbar geerdet war? Dass ihm Materialismus und Geld nicht wichtig waren? Dass er die Natur der Stadt vorzog? Dass es sein Lebensziel war sich für Menschen und Umwelt einzusetzen? 

Wenn dieser Kerl vor mir stand, war ich auch grundentspannt. Alles war klar. Ich fühlte mich in der Tat mit ihm viel weiblicher. Ich fühlte mich wohl und beschützt an Seite und leider auch unfassbar notgeil. Bei ihm war es mir völlig egal, ob er einfach nur ein guter Freund wird, ein Fuck Buddy oder der Mann fürs Leben. Ich wollte ihn einfach nur in meinem Leben haben. Die Chemie war perfekt. Ich habe ihn einfach unfassbar gerne um mich gehabt. So unterschiedlich wir waren, so gut ergänzten wir uns auch.

Wir schliefen in einem gemischten Raum im Hostel. Während ich nachts im klapprigen Hostelbett lag, machte ich mir Pläne wie ich unbemerkt von meinem Bett über den dreckigen Boden robben,  in sein Bett schlängeln und wie ich mit ihm im vollbelegten Zimmer unbemerkt, hemmungslos vögeln könnte. Schwierig, sehr schwierig. Wären unsere Hostelbetten nicht aus verschissenem, rostigem, quietschendem Stahl gewesen, hätte ich die Nächte besser überstanden, wenn ich in meine Bettkante hätte beissen können, um diese lästigen, hartnäckigen Wehen von “ich will vögeln” zu überstehen.

Am Tag 3 liefen wir erneut durch Rom. Ohne, dass zwischen uns (in der Realität) was gelaufen ist oder dass wir typische Pärchen Sachen taten, wurden wir zwei jedoch permanent von anderen als Paar wahrgenommen und angesprochen. Wir fanden das witzig. Irritierend, aber witzig.

In mir brodelte es so sehr. Ich konnte die Energie zwischen uns kaum noch aushalten.

Ich war eine Millisekunde davor, ihn zu fragen, ob wir uns nicht einfach… ENDLICH ein Einzelzimmer nehmen könnten und dann RUMSBUMS. Doch dann schaute er mich an und fragte “Wie alt bist du eigentlich?”.

Neiiiiiiiin. Frag mich doch nicht nach meinem Alter! Ich hasste es nun mein Alter sagen zu müssen. Etwas unbeholfen kam ein “34” raus. Innerlich betete ich, dass er mich jetzt nicht abschreibt, weil ich etwas älter bin als er. Aber was sind schon ca. 4 Jahre? Aber innerlich schrie mein Verstand, die ganze Zeit “Toyboy, Toyboy, Toyboy”. Ich versuchte cool zu bleiben. Tapfer ertrug ich, dass ich die Wahrheit sagte. Ja, ich bin 34. Einatmen. Ausatmen. Alles wird gut.

Und nun kam unweigerlich, was kommen musste. Ich wollte es nicht fragen, da ich merkte, dass meine anfängliche Einschätzung, dass er ca. 30 ist nicht ganz stimmen kann. Ich musste mir auch eingestehen, dass  ich innerlich betete “Lass ihn wenigstens 27 sein”. Aber auch hier merkte ich, dass ich mich selber anlog, weil ich Panik vor der Wahrheit hatte. Denn in unseren Gesprächen erzählte er mir “zu oft” von der Highschool. 

Ja und dann… fragte ich ihn, obwohl ich wusste, dass ich es nicht wissen wollte. “Und wie alt bist du?”. Innerlich hielt ich mir schon die Ohren zu und sang “Kling Kling Kling macht die Strassenbahn”. Ich wollte es nicht wissen.

“22.” war sein Antwort.

“Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin! WHAT THE FUCK???? 22!?!?!?!?!? NO WAY!!!!!!”

Ein riesen Saal voller Spiegel zersprang in mir. Plötzlich fühle ich mich wie 65. Ich fühle mich unfassbar alt und dumm. Wie ist es möglich, dass man mit 22 schon so “alt” aussehen kann? Ich war völlig überfordert. Und frag mal meine Hormone. Die haben gar nicht mehr gewusst, wohin sie sollten. 22. 22. 22. Er ist 22. Er ist verdammte 22. Wie ist das möglich? Du bist 34. DAS GEHT DOCH NICHT!

Bis heute, wenn ich Freunden Bilder von dem Kerl zeige, schätzen sie ihn auch auf ca. 30, manchmal sogar bis 35. Alles nur, um mein Gewissen zu beruhigen, dass ich nicht die Einzige, die sein Alter völlig fehleinschätzt.

Nach dem wir unsere “Zahlen” ausgetauscht hatten, liefen wir schweigend und etwas betroffen nebeneinander her. 

Offensichtlich waren wir beide verwirrt und hatten nun Mühe uns anzuschauen. Dann schaute er mich an und meinte anerkennend “Du hast sehr den Frühling in dir bewahrt.“ Ich blieb steht, starrte ihn an und schmolz innerlich weg. Wie kann er es wagen so schöne Worte zu wählen? Jetzt, wo ich anfange ihn mir schlecht zu reden.

Ich merkte wie Wehmut in mir aufpoppte. Wie kann es sein, dass Zahlen, so einen Einfluss auf mich haben? Halten mich hier gerade wirklich gesellschaftliche Konventionen ab?

Die Luft war raus, weil mein Verstand nun zu sehr in allem involviert war. In meinem Kopf ging es nur noch “Er ist 22. Er ist 22. Er ist 22. Waaaaaaaaaaaaaarum????”

Am nächsten Tag trennten sich leider unsere Wege, da ich zurück nach Deutschland musste und er reiste weiter nach Spanien. Beim Abschied bin ich ihm so sehr vom Herzen um den Hals gefallen, weil ich einfach nur Dankbar war, für die Zeit mit ihm und weil ich wusste wie sehr ich ihn vermissen werde. 5 Monate später war er während seiner Europa Reise in Deutschland und besuchte mich für 3 Tage. Leider hatten wir wieder eine unfassbar, gute Chemie. Wieder hielten uns die Leute für ein Paar.

Jedes Mal, wenn ich ihm auf meiner Couch schlafen oder in mein Bad gehen sehen habe, hätte ich ihn bespringen können. Aber diese verfickte Zahl 22, hat meinen Verstand zum perfekten Anti-Viagra verurteilt. “22” hat mich komplett blockiert.

Heute, nach über 2 Jahren bereue ich es so sehr. Dieser verdammte Verstand.

Wenn doch die Chemie perfekt ist, wenn sich doch alles gut anfühlt, warum lässt du deinen Verstand alles ruinieren?

Heute würde ich sagen “Scheiss drauf, es passt, fühlt sich gut an, ruff uff den Mann.”

Aber hinterher ist man immer schlauer. Nech?

Immerhin.

Auf den Frust, ne Packung Eiscreme.  #hauwegdiescheisse

PS: Der Kerl lebt inzwischen in Kapstadt/Südafrika und hat eine Freundin, die den selben Vornamen trägt wie ich und deren Eltern auch aus Deutschland sind. #keinscherz

Eigentlich will ich ja was Seriöses
 
 
Es ist zum Mäuse melken. Ich bin Single. Es ist okay. Aber manchmal nervt es mich schon sehr. Ich kann gut alleine sein, aber dann melden sich immer wieder meine Grundbedürfnisse und voll allem eins “ich will vögeln, jetzt!“. Und da sitzt Du nun abends auf deiner Couch, schaust deine Hand an und sagst nüchtern “Hallo Hand!”.
Ich muss gestehen, ich mach mir manchmal sorgen. Wie lange hält das mein Handgelenk wohl noch aus? Wenn das so weiter geht, hab ich bald ein Handgelenk wie eine 90zig Jährige.
Untervögelt wie ich bin, habe ich dem Impuls mal wieder ein gewagtes, etwas provokanteres Foto auf SocialMedia zu posten. Einfach so. Einfach mal schaun was passiert. Ich erwische mich, dass icheigentlich jeden Mann, der auf dieses Foto mit einer Direct Message reagiert, schon mit “irg … unter meinem Niveau” abwerte, DENN ich will ja was SERIÖSES.
Überarbeitet, untervögelt, sich subtil auf SocialMedia anbietend, rolle ich mit den Augen als Zack!… die erste Direct Message aufpoppte. Ich, die sich schon diverse “Nein Danke” oder “kein Interesse” zurecht gelegt hatte und sogar den Finger auf “Kontakt löschen” trainiert hat, wurde überrascht. DER Franzose!
Jahaaaaaa. DER FRANZOSE, von einigen liebevoll “mein Lieblings-Croissant” genannt, schrieb mir eine Nachricht und lobte mein gewagtes, etwas provokanteres Foto.
Jeden anderen hätte ich abgeschmettert, aber nicht Ihn. DER Franzose und ich hatten vor ca. 5 Jahren schon mal das Vergnügen. Gutaussehend, charmant, humorvoll, vegan, sportlich, weltoffen, Rebell und Musiker.
Gefährliche Mischung für den weiblichen Hormonhaushalt.
Mir wurde damals schon von diversen Seiten zugetragen, dass er bei einigen Damen den Hormonhaushalt ordentlich geschüttelt und gerührt hat. Eigentlich wollte ich hart bleiben, aber ich wurde schwach und er blieb hart. (Der musste sein.)
Nun denn, here we go again. Dat Croissant und die Kirsche.
Während ich so mit dem Croissant schreibe, schreien meine Hormone eigentlichen die ganze Zeit “jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa… fickööööön”, aber mein Verstand “Nein… Contenance… wir…wollen … doch… was Seriöses”.
Ja, wir wollen wirklich was Seriöses, aber wie lange muss ich denn noch warten, bis sich was Seriöses findet? Ich mein, das da unten, das muss ja auch mal instand gehalten werden. Und denkt irgendwer mal an mein Handgelenk? Ich mein, ständig mit seiner Maus herumklicken, wird auch irgendwann langweilig.
Wirklich. Das nervt mich ungemein. Ich bin wahrlich kein promiskuitiver Mensch, aber ich warte auch nicht auf die wahre, große Liebe, damit es endlich mal wieder in der Kiste rappelt.
Auf der einen Seite willst du eisern bleiben á la “Nein, nein, nein… ich bin zu alt für diesen Scheiss… ich will mehr sein als nur ein One Night Stand oder ein Fuck Buddy”. Auf der anderen Seite drehen deine Hormone durch und stehen kurz vor dem Suizid, wenn du dich nicht auf den Franzosen einlässt.
Ich schreibe mit dem Franzosen, dem Croissant nun hin und her. Während er immer wieder sein sexuelles Interesse kund tut, bemühe ich mich die Unterhaltung halbwegs tiefgründig zu halten und in Erinnerung mit ihm zu schwelgen, was wir früher so miteinander erlebt haben. Währenddessen sind meine Hormone schon längst, splitterfasernackt aus der Wohnung zu ihm gerannt und wälzen sich wie eine rollige Katze vor ihm auf dem Boden hin und her, mit lautem Miauen.
Mal unter uns. Was macht man da. Du bist dir ganz klar: Du willst was Seriöses, was Festes, was Solides. Du willst endlich ankommen. Du bist oberflächliche Beziehungen leid. Du hast in jahrelangerArbeit an deinem Mindset gearbeitet. Bist dir klar über deine Werte und deine Bedürfnisse. Und nun das!
Du weisst genau, dass du vom dem Croissant nicht bekommen wirst was du willst. Und du wirst dich danach verfluchen, dass du dich darauf eingelassen hast. Aber Du weisst auch, dass dich deine Hormone und dein Handgelenkt feiern werden. Und unser Lieblings-Croissant mich wahrscheinlich…Korrektur ….ganz sicher auch. Soviel Selbstbewusstsein habe ich dann doch.
Innere Konflikte nehmen dir echt viel Energie. In diesem Sinne, stosse ich mit Euch mit einem vollen Glas Nutella an. Auf Ex. Und scheiss drauf, dass es nicht vegan ist. Ich bin untervögelt und frustriert. Ich darf das. #Mitleidsrunde #ohhhhhh #scheissdiewandan
to be continued…

Da ich aktuell in Ägypten bin und mich sehr für die unterschiedlichen Kulturen auf meinen Reisen interessiere – habe ich gestern ein ägyptisches Hamam besucht.

Wow…war das eine intensive Erfahrung kann ich euch sagen.

Ich war so tief berührt und überwältigt, dass ich noch im selben Moment beschloss, diesen Artikel hier zu schreiben und meine Eindrücke mit euch zu teilen.

Was ist das eigentlich ein HAMAM? 

Ein Hamam ist eine öffentliche Badeanstalt bzw. ein Dampfbad, das man vor allem im arabischen Raum, im iranischen Kulturraum und in der Türkei findet und das ein wichtiger Bestandteil der orientalischen Bade- und Körperkultur ist. Es ist auch unter den Namen Türkisches Bad oder „Orientalisches Bad“ bekannt.

Der oder das Hamam ist ein Dampfbad, welches meist aus Marmor mit einer kreisrunden Liegefläche in der Mitte des Raumes, dem Nabelstein, besteht. Öffentliche Hamams werden nach Geschlechtern getrennt genutzt: Es sind entweder separate Räumlichkeiten vorhanden oder die Nutzungszeiten für Frauen und Männer sind verschieden. In Hotelanlagen kann das Hamam meist auch gemeinsam besucht werden. Der Besucher legt ein spezielles Handtuch (Peştemal) als Lendenschurz an. 

An den Wänden befinden sich Waschbecken mit warmem und kaltem Wasser, mit dem man sich entweder selbst regelmäßig übergießt, oder man lässt sich von einem „Tellak“ (Bademeister und Masseur) waschen. Dazu wird ein Baumwollsack eingeseift, durch Schwenken mit Luft gefüllt, manuell verschlossen und Schaum aus dem Gewebe auf den Körper gestreift. Oft werden gegen Aufpreis auch Massagen und Peelings angeboten. Beim Peeling wird die Haut durch Reiben mit der sogenannten „Kese“, einem rauen Handtuch oder Handschuh aus Wildseide oder Ziegenhaar, unter kräftigem Druck abgerubbelt.

Neben dem Reinigen und Schwitzen wird in den Hamams auch viel für die Schönheitspflege getan. Die Männer nutzen die entspannte Atmosphäre, um sich zu rasieren, die Frauen epilieren sich den gesamten Körper (im Islam ist die Entfernung der Achsel- und Schamhaare gebräuchlich) oder färben sich die Haare. Nach dem Besuch des warmen Dampfbads folgt eine Phase der Erholung und Entspannung in einem kühleren Raum.

Das Hamam ist eine Weiterentwicklung des griechisch-römischen Bades, das die Byzantiner benutzt haben. Später haben es die Araber übernommen. Die ersten Hamams im islamischen Raum wurden im Mittelalter in Jordanien errichtet.  (Wikipedia)

 

Nachdem ich mich in einem kleinen sandfarbenen und sehr gemütlich eingerichteten Raum umgezogen habe, hat mich Fatima begrüßt. Sie war sehr mütterlich und herzlich und hatte ein sehr warmes strahlendes Lachen. Ich habe sie wie einen Goldregen empfunden.

 

Kennt ihr diese Momente, wenn ihr mit Menschen zusammenkommt und euch von jetzt auf gleich einfach geborgen und Zuhause fühlt, auch wenn euch dieser Mensch eigentlich ganz fremd sein sollte? Ja?

 

Genau so habe ich mich in diesem Moment gefühlt und bin ihr augenblicklich in den wunderschönen im ägyptischen Stil eingerichteten und schon vorgeheizten Raum gefolgt. An den Wänden waren Zeichnungen von ägyptischen Göttern zu sehen und in den Ecken des Raumes standen Statuen von Frauen wie man sie aus alten mythologischen Erzählungen kennt.

Fatima lud mich ein, mich auf einen so unglaublich angenehm warmen Stein zu legen und mit einem Mal schlossen sich auch meine Augen. Sie hat begonnen mich mit angenehm heissen Wasser und mit Seife zu waschen. Ihre Berührungen waren so sanft und so vertraut, als würde sie mich schon ein leben lang kennen (und waschen). Ich habe mich so geborgen gefühlt wie in einem Mutterleib.

Das mag sich im ersten Moment vielleicht komisch anhören, ja. Aber ich denke, genau das beschreibt den Moment am aller besten. Warm, wohlig, geborgen und gut versorgt. Ich war so relaxed, dass ich ganz kurz davor war einzuschlafen und immer kurz bevor ich ins Traumland sinken konnte, machte mich Fatima darauf aufmerksam, dass ich mich auf dem warmen Stein wenden sollte.

Nachdem sie mich komplett von oben bis unten gewaschen hatte, kam in der selben Prozedur das Peeling an die Reihe, welches ca 5 Minuten eingewirkt hat und daraufhin wieder mit kleinen warmen Wassergüssen aus einer bronzefarbenen Kanne abgespült wurde.

Nach dem Peeling folge zum krönenden Abschluss noch eine wunderbar weiche Maske aus Honig und Kokosnuss-Öl…mhmmm du kannst dir sicher vorstellen, welch tropischer Geruch in der Luft lag.

So herrlich.

Ich habe mich gefragt, was genau ich eigentlich als so bereichernd empfand und mir kam direkt in den Sinn, dass es mit dem intensiven Zusammensein unter Frauen zutun hat. Vielleicht warst du auch nochmal irgendwo im Urlaub und hast beobachten können, wie in anderen Kulturen Frauen ganz anders miteinander umgehen. Sehr intim und sehr bedacht. Liebevoll und fürsorglich.

Ich habe vor allem im Indonesischen Raum häufig beobachtet, wie die Frauen regelmäßig in großen Gruppen zusammensitzen und sich beispielsweise die Haare gegenseitig flechten oder kleine Opfergaben für die Götter gemeinsam kreieren.  Sie lachen, tauschen sich aus und haben eine gute Zeit. Dieser Austausch und das Zusammensein mit meinen  Freundinnen ist mir persönlich auch Gold wert und ich liebe liebe liebe es.

 

Lasst uns das ganz bewusst wieder aufleben lassen. Unser liebevolles Miteinander. Es führt uns zurück zu uns und in uns.

 

Dies war allerdings nicht das erste Mal, dass ich ein Hamam besucht habe. Vor einigen Jahren haben Timm und ich bereits gemeinsam ein Hamam in der Türkei besucht – wo ich den Aufenthalt ebenfalls als unglaublich angenehm und bereichernd empfand.

Während ich so auf meinem Weg zurück ins Hotelzimmer war und an der Strandpromenade entlang ging und den Sonnenuntergang beobachtete hatte ich das Gefühl neu geboten worden zu sein. Einfach unglaublich. Ich konnte garnicht mehr aufhören über beide Ohren zu grinsen und zu strahlen.

In diesem Moment habe ich beschlossen, dass ich solche Hamam- Besuche so gerne regelmäßig machen möchte, ganz egal wo auf der Welt ich bin. Wir haben wirklich vielerorts überall auf unserer Kugel die Möglichkeit dazu.

Früher hätte ich in einer solchen Situation sicher geknausert und gedacht…mhmm ABER das ist doch teuer und hätte mit anderen materiellen Dingen verglichen und es mir letztendlich irgendwie ausgeredet. Heute lasse ich mich von solchen Gedanken so garnicht mehr von meinem Plan abbringen und widme mich dann meiner Stimme des Herzens – meiner inneren Weisheit und Intuition. Sie weiß viel besser, was gut für mich ist.

Mir persönlich ist es viel viel wertvoller in mich und mein Wohlbefinden zu investieren als in irgendwelche materiellen Güter, die ich festhalten und anfassen also „besitzen“ kann. Diese Dinge gehen irgendwann kaputt und begleiten mich nur eine sehr kurze Zeit meines Lebens. Eine solche Erfahrung ein solch intensives Erlebnis von „neu-geboten werden“ hingegen bleibt für immer.

 

Erlebnisse sind die wertvollsten Güter die wir besitzen können.

 

(Neben unserer Gesundheit 😉 )

Und wisst ihr was das beste ist? Erlebnisse fördern sogar noch unsere Gesundheit und lassen uns noch mehr von ihnen auf unserem Weg genießen dürfen.

Also worauf wartest du? Let’s go! Hab ein Date mit dir selbst! Und investiere in dein Seelenkonto.

Leave footprints of kindness,

Alica